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Pocsag2Connect

Windows-Konsolenprogramm zum Empfang von POCSAG-Alarmierungen über COM-Port und automatischer Übertragung als Einsatz in Feuersoftware Connect

Pocsag2Connect ist ein Windows-Konsolenprogramm, das eingehende Alarmierungen vom digitalen Meldeempfänger-System (DME) über eine serielle Schnittstelle (COM-Port) empfängt, auswertet und automatisch als Einsatz in Feuersoftware Connect anlegt.

DME / Pager-Empfänger
        ↓ (seriell / COM-Port)
Pocsag2Connect
        ↓ Nachricht auswerten & aufbereiten
        ↓ Optionale Verzögerung
        ↓ Einsatzblocker-Prüfung (API-Abfrage Connect)
Feuersoftware Connect API
        ↓
Einsatz wird in Connect angelegt

Voraussetzungen

AnforderungBeschreibung
BetriebssystemWindows (7 / 10 / 11 / Server)
SchnittstelleCOM-Port (seriell oder USB-Seriell-Adapter)
NetzwerkInternetverbindung zur Feuersoftware Connect API
Connect-ZugangGültiger API-Schlüssel (Bearer-Token) für jede zu bedienende Einheit
DME-HardwareMeldeempfänger mit serieller Ausgabe (z. B. Swissphone, Skyper o. ä.)

Programmstart

Das Programm wird über die Eingabeaufforderung (CMD) oder eine Verknüpfung gestartet. Alle Einstellungen werden als Parameter beim Start übergeben.

Syntax:

Pocsag2Connect.exe <COM-Port> <Verzögerung> <Modus> <Zusammenfassen> <Einsatzblocker>

Beispiel — Frankenthal, kein Zusammenfassen, Einsatzblocker aktiv:

Pocsag2Connect.exe COM3 0 8 0 true

Beispiel — RLP Modus, 5 Sekunden Verzögerung, Einsätze 30 Sekunden zusammenfassen:

Pocsag2Connect.exe COM3 5 0 30 true
Wird ein Parameter nicht angegeben, verwendet das Programm den jeweiligen Standardwert.

Parameter im Detail

Parameter 1 – COM-Port

Der Name der seriellen Schnittstelle, an der der Meldeempfänger angeschlossen ist.

WertBeispiel
COM-Port-NameCOM3, COM4, COM12

Den richtigen COM-Port findet man im Windows Geräte-Manager unter „Anschlüsse (COM & LPT)".

Parameter 2 – Alarmverzögerung

Verzögerung in Sekunden zwischen dem Empfang des Alarms und der Übertragung an Connect. Nützlich, um z. B. auf eine vollständige Nachricht zu warten oder Systeme zu entlasten.

WertVerhalten
0Kein Warten, sofortige Übertragung (Standard)
5Wartet 5 Sekunden vor dem Upload
30Wartet 30 Sekunden vor dem Upload

Parameter 3 – Modus / Region

Der Modus legt fest, wie die empfangenen Meldetexte interpretiert werden. Jede Region verwendet ein eigenes Format für Stichwort, Adresse und Zusatzinformationen.

ModusKunde
0Kunde A
1Kunde B
2Kunde C
3Kunde D
4Kunde E
5Kunde F
6Kunde G
7Kunde H
8Kunde I
Der falsche Modus führt dazu, dass Stichwort und Adresse nicht korrekt erkannt werden. Im Zweifel beim jeweiligen Betreuer erfragen.

Parameter 4 – Einsätze zusammenfassen

Wenn innerhalb kurzer Zeit mehrere Alarme mit identischem Stichwort und identischer Adresse eingehen (z. B. durch redundante Alarmierung), werden diese zu einem einzigen Einsatz zusammengefasst.

WertVerhalten
0Deaktiviert – jeder Alarm wird einzeln übertragen (Standard)
30Alarme der nächsten 30 Sekunden werden gesammelt und gemeinsam übertragen
60Alarme der nächsten 60 Sekunden werden zusammengefasst

Alarme mit unterschiedlichem Stichwort oder unterschiedlicher Adresse werden auch bei aktivierter Zusammenfassung als separate Einsätze übertragen.

Parameter 5 – Einsatzblocker

Verhindert das Anlegen doppelter Einsätze in Connect.

WertVerhalten
trueEinsatzblocker aktiv (Standard)
falseEinsatzblocker deaktiviert – jeder Alarm wird übertragen

Konfigurationsdateien

Alle Konfigurationsdateien liegen im selben Verzeichnis wie die Programmdatei (Pocsag2Connect.exe). Sie können mit einem einfachen Texteditor (z. B. Notepad) bearbeitet werden. Das Trennzeichen ist in allen Dateien ein Semikolon (;).

RIC2ConnectAPI.txt

Verknüpft eine Empfänger-Kennung (RIC) mit dem zugehörigen API-Schlüssel für Feuersoftware Connect. Ohne einen Eintrag in dieser Datei wird kein Einsatz übertragen.

Format: RIC;API-Schlüssel

1234567A;xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
2345678B;yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy
  • Jede RIC, die alarmiert werden soll, benötigt einen eigenen Eintrag.
  • Der API-Schlüssel wird im Feuersoftware Connect-Portal hinterlegt.
  • Eine RIC kann mehrere Teilnehmer ansprechen — es reicht ein Eintrag pro RIC.
  • Leere Zeilen und Zeilen ohne Semikolon werden ignoriert.

RDTranslations.txt

Übersetzt technische Kürzel des Rettungsdienstes in lesbare Bezeichnungen, die als Einsatzstichwort in Connect erscheinen.

Format: Kürzel;Übersetzung

NA;Notarzt
RTW;Rettungswagen
KTW;Krankentransportwagen
MANV;Massenanfall von Verletzten
  • Wird nur für Rettungsdienst- und First-Responder-Meldungen ausgewertet (abhängig vom gewählten Modus).
  • Fehlt die Datei, läuft das Programm ohne Übersetzungen weiter.

Objekt4Zusatzinfo.txt

Reichert Einsätze um vordefinierte Zusatzinformationen an, wenn ein bestimmtes Objekt in der Alarmmeldung erkannt wird. Damit lassen sich z. B. Zugangscodes, Ansprechpartner oder Besonderheiten automatisch anhängen.

Format: Suchbegriff;Bezeichnung;Wert

Rathaus Musterstadt;Zugang;Schlüsselkasten Nr. 4 beim Haupteingang
Rathaus Musterstadt;Ansprechpartner;Max Mustermann, Tel. 0123-456789
Schule Am Berg;Besonderheit;Gefahrstofflager im Keller, Raum 012
  • Der Suchbegriff wird mit dem Objektnamen in der Alarmmeldung verglichen (Groß-/Kleinschreibung wird ignoriert).
  • Pro Objekt können mehrere Zeilen mit verschiedenen Zusatzinformationen hinterlegt werden.

GpsCache.txt

Ordnet bekannten Adressen GPS-Koordinaten zu, sodass Einsätze in Connect mit einer exakten Kartenposition versehen werden – auch wenn die Connect-eigene Geocodierung keinen Treffer liefert.

Format: Suchbegriff;Breitengrad;Längengrad

Hauptstraße 1, Musterstadt;49.123456;8.654321
Industriegebiet Nord;49.234567;8.765432
  • Teilübereinstimmung im Suchbegriff reicht.
  • Koordinaten im Dezimalgrad-Format (WGS84), Punkt als Dezimaltrennzeichen.
  • Fehlt die Datei, wird sie automatisch als leere Datei angelegt.

Einsatzblocker

Der Einsatzblocker verhindert, dass bei einem wiederholten Alarm derselben Einheit ein doppelter Einsatz in Connect angelegt wird.

Bevor ein neuer Einsatz übertragen wird, fragt das Programm bei Connect an, welche Einsätze aktuell vorhanden sind. Der Upload wird blockiert, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

  1. Gleiche RIC – In Connect existiert bereits ein Einsatz, der von derselben RIC ausgelöst wurde.
  2. Zeitfenster – Es wurde in den letzten 4 Minuten irgendein Einsatz über diesen API-Schlüssel übertragen.

Wird ein Einsatz blockiert, erscheint im Protokoll eine entsprechende Meldung. Es wird kein Fehler erzeugt.

Der Einsatzblocker benötigt eine aktive Internetverbindung zur Connect-API. Ist die API nicht erreichbar, wird der Einsatz dennoch übertragen und der Fehler im Protokoll festgehalten.

Einsätze zusammenfassen

Wenn innerhalb eines definierten Zeitfensters mehrere Alarme mit demselben Stichwort und derselben Adresse eingehen, werden sie zu einem einzigen Einsatz zusammengeführt. Die RIC-Nummern aller beteiligten Alarmierungen werden kommagetrennt eingetragen.

  • Das Zeitfenster beginnt mit dem ersten eingehenden Alarm.
  • Nach Ablauf des Zeitfensters werden alle gesammelten Alarme als ein Einsatz übertragen.
  • Alarme mit unterschiedlichem Stichwort oder unterschiedlicher Adresse werden stets als separate Einsätze übertragen.

Typischer Anwendungsfall: Eine Leitstelle alarmiert mehrere Einheiten nacheinander mit geringem zeitlichen Abstand. Ohne Zusammenfassen würden in Connect mehrere nahezu identische Einsätze entstehen.

Sondermodus: Bosmon

Für den Einsatz mit dem Alarmierungssystem Bosmon kann das Programm mit einem speziellen Startbefehl aufgerufen werden:

Pocsag2Connect.exe bosmon 0 <Modus> "<Alarmnachricht>"

Beispiel:

Pocsag2Connect.exe bosmon 0 8 "1384255AB1.02: Baumbrand;0 - Frankenthal (Pfalz);Flomersheim;Odenwaldstraße 43;;;;;;Gebüsch brennt"

In diesem Modus wird die Alarmmeldung direkt als Parameter übergeben (kein COM-Port nötig). Das Programm verarbeitet den Alarm, überträgt ihn an Connect und beendet sich anschließend.

Protokoll (Log)

Das Programm schreibt Statusmeldungen sowohl in die Konsole als auch in die Datei file.txt im Programmverzeichnis.

MeldungBedeutung
Message ... received from DME SerialPortAlarm wurde empfangen
Prüfe ob der Einsatz blockiert werden sollEinsatzblocker wird ausgeführt
Einsatzblocker hat gesagt, wir sollen den Einsatz blockenKein Upload, Einsatz wurde unterdrückt
Kein Connect Key gefunden, Upload wird nicht durchgeführtRIC nicht in RIC2ConnectAPI.txt eingetragen
ConnectGetOperations Statuscode: 200Verbindung zur Connect API erfolgreich
Fehler beim auslesen der ConnectOperationModelConnect API nicht erreichbar
Open Serial Port on COM...Serieller Port wird geöffnet
Serial Port opened successfulCOM-Port erfolgreich geöffnet
Error received on Dme Serial PortFehler am COM-Port, automatischer Neustart folgt
Die Datei file.txt wird bei jedem Programmstart fortgeschrieben (nicht überschrieben). Bei langem Betrieb kann die Datei anwachsen und sollte gelegentlich geleert oder archiviert werden.

Häufige Probleme

Kein Einsatz wird angelegt

  • Ist die RIC in RIC2ConnectAPI.txt eingetragen?
  • Ist der API-Schlüssel korrekt und noch gültig?
  • Ist die Internetverbindung aktiv?
  • Protokoll (file.txt) auf Fehlermeldungen prüfen.

Einsatz wird blockiert, obwohl kein aktiver Einsatz vorliegt

  • Der Einsatzblocker prüft ein 4-Minuten-Fenster. Wurde vor weniger als 4 Minuten ein Einsatz übertragen?
  • Bei Bedarf kann der Einsatzblocker temporär mit Parameter 5 = false deaktiviert werden.

Stichwort oder Adresse wird falsch erkannt

  • Ist der richtige Modus (Parameter 3) für die Region eingestellt?
  • Die empfangene Rohmeldung wird vollständig protokolliert und kann zur Diagnose genutzt werden.

COM-Port kann nicht geöffnet werden

  • Ist der COM-Port-Name korrekt? (Geräte-Manager prüfen)
  • Ist der Meldeempfänger angeschlossen und eingeschaltet?
  • Wird der COM-Port von einer anderen Anwendung belegt?
  • Bei USB-Seriell-Adaptern: Treiber installiert?

Das Programm beendet sich sofort

  • Wurden alle erforderlichen Parameter angegeben?
  • Auf Tippfehler im Startbefehl prüfen.
  • Die Protokolldatei file.txt enthält den genauen Fehlergrund.
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